Herr Professor Stock hat mir freundlicherweise erlaubt, seine Programmbeschwerde hier wiederzugeben.
<quote>
—————————————————————————————-
Prof. Dr. Wolfgang Stock
An die Intendantin des Westdeutschen Rundfunks
Frau Monika Piel
per Fax 0221/220 – 4800
und Mail
25.10.2009
Programmbeschwerde gegen
-
a) „Heilung unerwünscht“,19.10.2009
b) „Hart, aber fair“, 21.10.2009
c) damit im Zusammenhang stehende Internetangebote des WDR
Sehr geehrte Frau Intendantin,
in den o.g. WDR-Sendungen wird einseitig ein angebliches Medikament gegen Neurodermitis u.ä. propagiert. Dabei werden objektive Falschinformationen verbreitet. Sie haben damit bei vermutlich hunderttausenden von Betroffenen Hoffnungen geschürt, die bei Betrachtung objektiver Kriterien unseriös sind.
Die o.g. TV- und Internet-Publikationen des WDR verstoßen gegen die anerkannten journalistischen und qualitativen Standards, denen der WDR nach § 4a WDR-Gesetz verpflichtet ist: Insbesondere haben Sie bei diesem medizinischem Thema eine
“unangemessen sensationelle Darstellung” gewählt, “die unbegründete … Hoffnungenerwecken könnte” (Ziffer 14 der “Publizistischen Grundsätze” des Presserates, welche in Deutschland als grundlegende journalistisch-ethische Grundsätze gelten).
Beide Sendungen erfüllen zudem den Tatbestand der Schleichwerbung, da der WDR nicht nur das Medikament, sondern auch das Buch des Autors der Sendung “Heilung unerwünscht” bewirbt. Diese Werbung findet auch auf den Internet-Seiten des WDR statt
(http://www.daserste.de/doku/allroundbeitrag_dyn~uid,bbpwtmokgya7af7p~cm.asp
abgerufen am 25.10.2009, 11.55 Uhr)
Die Beiträge verstoßen in mehrfacher Weise gegen die Programmgrundsätze des WDR, so u.a. gegen §5 (5): “…Nachrichten sind vor ihrer Verbreitung mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf Inhalt, Herkunft und Wahrheit zu prüfen.”
Tatsächlich entsprechen wesentliche Fakten nicht der Wahrheit, wie einfach zu recherchieren ist.
1.) Die WDR-Sendungen sprechen von „besten klinischen Studien“ (Martens und Zitat Plasberg).
- Tatsache ist: Es gibt lediglich Versuche mit 11 Patienten über 12 Wochen (Uni Bochum, 2001), 49 Patienten über 8 Wochen (Uni Bochum 2004) – beide gesponsort von der Vermarktungsfirma. Und es gibt 22 Patienten über 2 bis 4 Wochen (Spartanburg).
Selbst nur ein kurzer Blick in die Zusammenfassung des AMG in Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Arzneimittelgesetz_(Deutschland) oder in den Artikel “Klinische Studie” http://de.wikipedia.org/wiki/Klinische_Studie zeigt Ihnen, dass Ihre Behauptungen, es habe “klinische Studien” gegeben, unhaltbar sind.
Außerdem haben 33 der 49 Patienten der 2004er-Studie über Nebenwirkungen (brennende Rötungen) geklagt. Sind das “beste” klinische Studien?
Auf WDR.de wird dies aber weiterhin behauptet:
“Hilft das auch wirklich? Die klinischen Studien haben (sic!) es glänzend absolviert. Und auch die Erfahrungen der Patienten, die während der Recherchen des Autors mit der Creme behandelt worden sind, waren außerordentlich positiv. In den USA ist es mit großem Erfolg an Kindern gestestet worden.”
http://www.daserste.de/doku/beitrag_dyn~uid,0e3vjlffhxxdf3s3~cm.asp
(abgerufen am 25.10.2009, 11.55 Uhr)
2.) Der WDR behauptet, dass das Mittel verhindert werde / nicht erhältlich sei…
- Tatsache ist: Spätestens am 25.9.2009 – 25 Tage vor der Sendung! – ist die Pharmaziezentralnummer 5523487 zugeteilt worden, es gab lange vor Sendetermin einen eingetragenen Handelsnahmen und angeblich kurz nach der Sendung einen Salbenlieferanten und einen Vertrieb – tatsächlich aber schon vorher.
Laut Rundfunkstaatsvertrag § 7 (3) muss “Werbung … als solche klar erkennbar sein. Sie müssen im Fernsehen durch optische Mittel… eindeutig von anderen Programmteilen getrennt sein.”
Gegen diese Bestimmungen des Rundfunkstaatsvertrags haben Sie mit diesen Sendungen, die als Werbesendungen angesehen werden müssen, verstoßen und Sie verstoßen mit Ihrem Internetangebot kontinuierlich weiter dagegen.
Mit dieser unangemessen sensationellen Berichterstattung hat der WDR eine publizistische Alleinstellung eingenommen, welche den Verstoß gegen die Programmgrundsätze des WDR umso deutlicher macht.
Sehr geehrte Frau Intendantin,
es erübrigt sich angesichts dieser Beweislage, im Einzelnen nachzuweisen, welche detaillierten Verstöße gegen das WDR-Gesetz und den Rundfunkstaatsvertrag hier weiter vorliegen.
Unzweifelhaft liegt mit beiden Sendungen eine Sensationalisierung eines medizinischen Themas unter Verletzung der Pflicht zur gebotenen Sorgfalt vor – und das bezieht sich nicht nur auf die beiden Sendungen, sondern auch auf die aktuellen Internetangebote, die weiterhin Falschinformationen (z.B. das Vorliegen von “klinischen Studien”) verbreiten.
Dieses krasse journalistische Versagen der Redaktionen und die kommerziellen Interessen von Herrn Martens sowie der kommerziellen Nutznießer der Creme sind objektiv erkennbar.
Es ist Aufgabe der Intendantin und des Rundfunkrates, die Motive der dafür Verantwortlichen zu hinterfragen und diese zur Verantwortung zu ziehen.
Unverantwortlich und ein Verstoß gegen das WDR-Gesetz und den Rundfunkstaatsvertrag ist es, dass der WDR mit beiden Sendungen und kontinuierlich weiterhin im Internet bei den Patienten in Deutschland falsche Hoffnungen geschürt hat.
Angesichts der Wichtigkeit der Angelegenheit für Millionen von Neurodermitis-Patienten in Deutschland, aber auch aller Gebührenzahler, die eine objektive, sachliche Berichterstattung erwarten dürfen, erwarte ich nicht nur Ihre baldige Antwort auf diese Programmbeschwerde mit großem Interesse, sondern auch
-
* dass Sie die problematischen Web-Inhalte sofort vom Netz nehmen,
* dass die Wiederholung der streitbefangenen Sendungen unterbleibt,
* dass der Abruf der Sendungen (Video/Podcast/Stream) nicht mehr ermöglicht wird,
* dass der WDR sich für diese Verstöße gegen die journalistischen
Sorgfaltspflichten entschuldigt.
Mit freundlichen Grüßen,
Prof. Dr. Wolfgang Stock
————————————————————————————-
</quote>
Fritz Feuerzahn & Sumpfkrokodil haben nun einen eigenen Kindersprechstunde-Blog:
http://kindersprechstunde.wordpress.com/
Unsere Artikel rund um Vitamin B12, die rosa Salbe und die TV-Berichterstattung darüber sind wieder verfügbar.
Hier entlang zu den bisherigen Beiträgen:
Fritz Feuerzahn, 15.1.2010
Alte Preziosen: die frühen Studien zu Vitamin B12 und Hautkrankheiten
Sumpfkrokodil, 18.1.2010
Ganz schnell noch mehr “rosa Hühnerkacke” *
Fritz Feuerzahn, 23.1.2010
Was ist guter Wissenschaftsjournalismus?
Fritz Feuerzahn, 25.1.2010
Das Schema, die Bilder, die Botschaft
Sumpfkrokodil, 28.1.2010
Die WDR-Bilder bei Mavena: ist das Werbung?
Fritz Feuerzahn, 8.2.2010
WDR: Vergangenheitsbewältigung der speziellen Art?
Sumpfkrokodil, 15.2.2010
Die WDR-Bilder bei Mavena: schon VOR der Sendung “Heilung unerwünscht”
Fritz Feuerzahn, 11.3.2010
Die Rügen des Presserats im März 2010: “Wettbewerbsvorteil für Salbenhersteller”
Sumpfkrokodil, 15.3.2010
Auffällig frühzeitige Warnungen vor Plagiaten und die Produktionsankündigung
Sumpfkrokodil, 21.3.2010
Termine, Termine: alles wie am Schnürchen
Sumpfkrokodil, 25.3.2010
Produktion der ersten Charge im Oktober
Sumpfkrokodil, 31.3.2010
B12-Creme-Anbieter in Brunnen – klingelt’s?
Sumpfkrokodil, 26.4.2010
“Programmbeschwerde über eine skandalöse Sendung” *
Fritz Feuerzahn, 26.4.2010
Wirkung unerwünscht: Regividerm® und das Latex-Frucht-Syndrom – Teil 1
Sumpfkrokodil, 4.5.2010
Anwendungsdauer bei Medizinprodukt Klasse IIa
Sumpfkrokodil, 15.5.2010
“Wucherungen des unsäglichen Beitrags …” *
Fritz Feuerzahn, 15.5.2010
WDR Medienskandal: erste Konsequenzen
Sumpfkrokodil, 15.5.2010
Rosa Wundercreme goes Turkey: “Heilung unerwünscht” als Werbefilm
Neues wird folgen.
Wir danken für den bisherigen angenehmen Aufenthalt bei www.kindersprechstunde.at!
Bei Hoffmann und Campe ist jetzt ein Buch erschienen, zu dem der Verlag schreibt:
http://www.hoffmann-und-campe.de/go/patient-im-visier
[*quote*]
Patient im Visier
Die neue Strategie der Pharmakonzerne
von Caroline Walter (Autor), Alexander Kobylinski (Autor)
ISBN: 978-3-455-50151-3
Seiten: 240, gebunden
17,00 EUR (D)
17,90 EUR (A)
29,90 SFR (CH)
Erschienen am: 28. Mai 2010
Dieser Titel ist lieferbar
Getarnt als Pharmamitarbeiter kommen die Autoren einer neuen Strategie der Pharmaindustrie auf die Spur. Der Kranke, zum „Konsumenten“ erklärt, wird manipuliert und gezielt verunsichert – auf Kosten seiner Gesundheit und zu Lasten seines Geldbeutels. Das Buch deckt illegale Arzneimittelwerbung auf, zeigt, woran man sie erkennt. Die meisten Patienten glauben, wenn ein Medikament verkauft werden darf, ist es in jedem Fall wirksam und völlig sicher. Dem ist absolut nicht so. Für unabhängige medizinische Forschung fehlen in Deutschland das Geld und der politische Wille. Gefährliche Nebenwirkungen vieler neuer Medikamente sind die Folge. Die Autoren berichten über das Schicksal von Patienten, die in die Fänge der Pharmafirmen geraten, und von einer Politik, die sie nicht schützt.
Die Pharmafirmen manipulieren und gefährden mit irreführender und illegaler Werbung Kranke wie Gesunde. Sie versprechen tödlich Erkrankten Heilung, wo es keine gibt. Sie reden Gesunden ein, dass sie krank seien. Das Buch erzählt bewegende Geschichten von Patienten und enthüllt erstmals, mit welch skrupellosen Methoden die Pharmaindustrie ein dichtes Netz um den Patienten spannt. Die Autoren haben in aufwendiger Undercover-Recherche aufgedeckt, wie sich Medien, Ärzte und Politiker zu Komplizen der Pharmabranche im Geschäft mit der Ware Gesundheit machen. Ein hochbrisantes Buch.
[*/quote*]
Das Buch zu lesen ist ein absolutes Muß.
Die Recherchen der Autoren decken sich mit meinen Beobachtungen, über die ich seit Jahren schreibe, siehe http://www.medizin.se und http://www.kindersprechstunde.at : der Einzelne, ob als Kranker oder Gesunder, wird durch ein Netzwerk von Akteuren falsch informiert, manipuliert, um Geld und Gesundheit betrogen.
Die Akteure müssen sich noch nicht einmal kennen, sie agieren mit verteilten Rollen wie Musiker in einer Jam-Session – es ist ein “Gesamtkunstwerk”, das sie aufführen, und das Opfer kann hinterher oft nicht einmal sagen, wer ihm wann was wie erklärt, verschwiegen, verschleiert, vertuscht oder es knallhart belogen hat.
Es sind teilweise die gleichen Methoden wie in der Sektenszene (siehe http://www.pharmamafia.com ) und es ist kein Wunder, daß es Überlappungen mit der Sekten- und Verschwörerszene gibt, die ergeben sich zwangsläufig.
Den Einzelnen umzingeln, Gruppendruck erzeugen, falsch informieren, manipulieren, und hinterher ist das Opfer selbst schuld: “Herr X hat sich völlig frei selbst entscheiden können.”
Daß die Entscheidung in Wahrheit alles andere als frei war, sondern nahezu unausweichliche Folge von gezielten, geplanten, wohlüberlegten und eiskalt und mit aller Härte durchgeführten Täuschungsmövern ist, wird von Politik und Justiz ignoriert.
Politik und Justiz sind Komplizen im Krieg gegen Kranke.
Aribert Deckers
Der große Coup:
ARD, 1. Programm, 19. Oktober 2009, 21.oo Uhr:
Ein Film von Klaus Martens: “Heilung unerwünscht – wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern”
Ganz großes Kino
Die angebliche Dokumentation zerfällt. Noch am gleichen Abend beginnen die Recherchen. Das Enthüllungs- ist ein Rührstück und erweist sich und entwickelt sich als ein Medienskandal, wie es ihn mit dieser Dreistigkeit bisher nicht gegeben hat.
Ich werde die Geschichte jetzt nicht in alle Einzelheiten zerlegen
und alle Details von allen Seiten beleuchten (das überlasse ich
den Gerichten, denn ich bin überzeugt, daß das Ganze dort
enden wird), sondern betrachte nur die wesentlichen Punkte.
Medienskandal 2.0
Ground Zero: die Aufräumarbeiten…
Punkt 01: Wie alles anfing
Punkt 02: Die erfolgreiche Behandlung der Patientin Nummer 1
Punkt 03: Die Affaire Plasberg
Punkt 04: ZAPP recherchiert
Punkt 05: Die Täuschung bleibt
Punkt 06: Die Macht des Nichtbesitzes
Punkt 07: Handwerkliche Fehler
Punkt 08: Who did it?
Punkt 09: Blick zurück im Born
Punkt 10: Der Film im Film
Punkt 11: Wo kann man es kaufen?
Punkt 12: “einer unserer Ministerpraesidenten”
Punkt 13: Wenn Beweisstücke verschwinden + Der Fluch der bösen Tat
Punkt 14: Nebenwirkungen von “keine Nebenwirkungen”
Punkt 15: Artisten unter der Circus-Kuppel… ahnungslos…
Punkt 16: Ein Eigentor
Punkt 17: Der Balken im Auge ersetzt keinen Zimmermann
Punkt 18: Seid geschlungen, Millionen!
Punkt 19: Untergetauchte leben länger
Punkt 20: Pointen…
Punkt 21: Merges und Kroll, das Duo telefonale
Punkt 22: Das Patent-Gesetz – und die Lücke im System
Punkt 23: Versuche mit Säuglingen
Punkt 24: Zocker, Kriegsgewinnler, Schwarzmarkt
Punkt 25: Der WDR beseitigt Spuren
Punkt 26: … in der Wagenburg
Punkt 27: Der magische November…
Punkt 28: Datumsangaben?
Punkt 29: Wo hat Regeneratio Pharma GmbH die Salbe herstellen lassen?
Punkt 30: Der Rundfunkrat, die Sofa-Lounge des WDR
Punkt 31: … in der Leere eines Briefes
Punkt 32: Alte Bekannte…
Punkt 33: Schlag nach bei Shakes, Peer!
Punkt 34: Das ANDERE Patent
Punkt 35: Wer Andern eine Tube gräbt…
Punkt 36: Ein Stück Firmengeschichte
Punkt 37: Bestandteile der Salbe
Punkt 38: Outsourcing, Quellen – und Tradition
Punkt 39: Ein kleiner, mächtiger Chemiegigant…
Punkt 40: Eine Sekunde vor Zwölf…
Punkt 41: Unsortiertes … und eine Pointe
Punkt 42: Ausgrabungen im Patentamt
Punkt 43: Das Martens-Gambit
Die Links/Überschriften führen zu den einzelnen Kapiteln dieser Web-Seite:
http://www.kindersprechstunde.at/b12/MEDIENSKANDAL_ZWEINULL.htm
Gedruckt sind es mehr als 200 Seiten.
Als ich der Intendantin des WDR die Programmbeschwerde (http://www.kindersprechstunde.at/blog/?p=4) sandte, forderte ich ihren Rücktritt. Jetzt fordere ich ihre Entlassung. Und nicht nur ihre!
.
Wäre ich Intendant des WDR und wäre ich aus dem Urlaub zurückgekommen und hätte gesehen, daß dort in meiner Abwesenheit solche Nummern abgezogen worden wären wie “Heilung unerwünscht” oder “hart aber fair”, dann hätte es ein Erdbeben gegeben.
.
War Frau Piel ein ganzes Jahr in Urlaub? Ich glaube nicht…
Der Intendant des Senders hat die Pflicht zur Aufklärung und muß dafür sorgen, daß derlei Dinge sich nicht nur nicht wiederholen, sondern gar nicht erst ereignen können. Doch was tut Frau Piel?: Sie wiegelt ab und vertuscht [*] und läßt, als es gar nichts mehr anders geht, Klaus Martens als Bauernopfer über die Planke gehen – und selbst das nur wegen einer albernen Lappalie in Zusammenhang mit dem Buch, nicht wegen des Skandalfilms “Heilung unerwünscht”.
Daß die REDAKTION von “die story”, allen voran der leitende Redakteur Mathias Wehrt, der auch Redakteur des Films ist, und die REDAKTION von “hart aber fair”, und dort der Macher Frank Plasberg, EBENFALLS Hauptverantwortliche sind und zur Rechenschaft gezogen werden müssen, UND ZWAR VON DER INTENDANTIN SOFORT (VON IHR SELBST UND AUTOMATISCH, ohne äußeren Zwang!), das kommt ihr nicht in den Sinn.
Es ist der größte Medienskandal in der Geschichte der Bundesrepublik. Das gesamte System des öffentlich-rechtlichen Rundfunks steht dadurch zur Disposition. Denn es geht nicht nur darum, daß WDR und ARD etwas gesendet haben, was sie nicht hätten senden dürfen, sondern es geht auch um das komplette Versagen der Kontrollfunktionen.
Vor allem aber geht es um die Ignoranz und Inkompetenz der anderen Sender und Medien – und um deren Schweigen.
Es kann und darf nicht sein, daß Redaktionen der anderen Sender und Medien schweigen aus Angst vor der klagefreudigen Rechtsabteilung des WDR.
Die Medien haben die Pflicht zur Wahrheit.
Doch, wie es so kommt: heute, 20.05.2010, gibt es eine Pressemitteilung:
“WDR-Rundfunkrat entscheidet über Programmbeschwerden gegen “Heilung unerwünscht” und “Hart aber fair”"
LINK:
http://149.219.195.51/unternehmen/senderprofil/gremien/rundfunkrat/pressemitteilungen/pressemeldung_2010_05_20.jsp
—–
Es ist der größte Medienskandal in der Geschichte der Bundesrepublik. Das gesamte System des öffentlich-rechtlichen Rundfunks steht zur Disposition. Denn es geht nicht nur darum, daß WDR und ARD etwas gesendet haben, was sie nicht hätten senden dürfen, sondern es geht auch um das komplette Versagen ALLER Kontrollfunktionen – einschließlich Rundfunkrat.
.
Der Rundfunkrat des WDR hätte bereits – VON SICH AUS! – im November 2009, allerspätestens im Dezember 2009, mit aller Härte durchgreifen müssen.
Aribert Deckers
Dezember 2009, Mai 2010
—–
[*] Die Antwort der Intendantin Monika Piel auf meine Programmbeschwerde:
http://www.kindersprechstunde.at/b12/WDR_20100121_Antwort_Piel.zip
WDR_20100121_Antwort_Piel_p1.jpg
WDR_20100121_Antwort_Piel_p2.jpg
WDR_20100121_Antwort_Piel_p3.jpg
WDR_20100121_Antwort_Piel_p4.jpg
Vorstand und Jury des Vereins zur Verleihung des
Hanns-Joachim Friedrichs-Preises e.V.
Claus Richter (Vositzender)
Manfred Bissinger (stellvertr. Vorsitzender)
Ulrich Wickert (Schriftführer)
Volker Skierka (Schatzmeister)
Sekretariat
Renate Freisler
Buchfinkenweg 10
D-22179 Hamburg
Jury:
Ilse Friedrichs, Claus Richter, Manfred Bissinger, Gabi Bauer, Klaus Bresser, Jürgen Flimm, Susanne Flimm-Ottersbach, Christoph-Maria Fröhder, Maybrit Illner, Gerhard Krug, Jürgen Leinemann, Sandra Maischberger, Frank Plasberg, Fritz Pleitgen, Christina Pohl, Thomas Roth, Cordt Schnibben, Hermann Schreiber, Birgit Schwarz, Volker Skierka, Katharina M. Trebitsch, Harry Valerien, Ulrich Wickert, Anne Will.
Email: <HJF-Preis-Office@t-online.de>
Offener Brief zum Sonderpreis 2010
Bremerhaven, 17.5.2010
Sehr geehrte Damen und Herren,
wie ich Ihrer Web-Site in
http://www.hanns-joachim-friedrichs.de/index.php [*]
entnehme, wurde der “Hanns-Joachim-Friedrichs”-SONDERPREIS 2010 vergeben an die REDAKTION von “die story” des WDR.
Nun ist aber von eben dieser Redaktion der WDR/Regividerm-Skandal zu verantworten.
Ich denke doch annehmen zu dürfen, daß auch Ihnen die dreistete Reklamewelle in der Geschichte des deutschen Fernsehens – von eben dieser Redaktion – im Oktober/November 2009 nicht unbekannt geblieben ist.
Mathias Werth, den Sie namentlich erwähnen, ist laut Angaben des WDR der Redakteur des Films “Heilung unerwünscht”. “Heilung unerwünscht” ist ein Werk von “die story”.
Wie verträgt sich ein vor Manipulationen, Unwahrheiten, Falschdarstellungen und Auslassungen nur so strotzender Film mit der zentralen Aussage
“Einen guten Journalisten erkennt man daran,
dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache,
auch nicht mit einer guten Sache.”
(Hanns Joachim Friedrichs)
,auf der Ihr Verein gründet?
Mit freundlichem Gruß
Aribert Deckers
Langmirjen 45
27578 Bremerhaven
http://www.kindersprechstunde.at
—–
[*] Es tut mir leid, daß ich Ihnen keine EXAKTE URL angeben kann, denn Ihr Web-Designer hat seine Hausaufgaben nicht gemacht.
.
Für die Leser des Blogs gebe ich wieder, was in der Web-Site des Vereins zur Verleihung des Hanns-Joachim Friedrichs-Preises e.V. unter dem Punkt “aktuell” zur Preisverleihung zu lesen ist. Den Abschnitt über den Sonderpreis habe ich in einen blauen Kasten montiert:
(Hervorhebungen von mir)
[*quote*]
———————————–
Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis 2010 für Claus Kleber
Der ZDF-Moderator Claus Kleber erhält in diesem Jahr den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus.
Die Jury lobt in ihrer Begründung die journalistische Haltung, die handwerkliche Professionalität und den Moderationsstil von Claus Kleber. “Wie kein anderer im deutschen Fernsehen steht Kleber für die Leistungen und Tugenden, die Hanns-Joachim Friedrichs zum Inbegriff des deutschen Fernsehjournalisten gemacht haben.” Neben seiner Arbeit als Moderator habe Kleber mit Dokumentationen wie “Die Bombe” vorbildlich gezeigt, wie man komplizierte Zusammenhänge und wichtige Themen für ein Massenpublikum verständlich und spannend darstellen kann. Mit seiner gesamten Arbeit stehe Kleber für das, was Qualitätsfernsehen ausmacht und für das, was der Freundeskreis des 1995 verstorbenen Moderators seither mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis würdigt – herausragenden kritischen, kreativen, unabhängigen Journalismus.
Einen Sonderpreis vergibt die Jury in diesem Jahr an die Redaktion der WDR-Dokumentationsreihe “Die Story”. Sie wurde im Jahr 2000 unter der Leitung von Gert Monheim gegründet und unter seinen Nachfolgern Sonia Seymour Mikich und Mathias Werth erfolgreich fortgeführt.
“Die Story” hat beispielhaft gezeigt, wie man aufregende Themen, gründliche Recherche und filmische Qualität zu einer bei vielen Zuschauern beliebten Sendereihe verbindet.
Die Jury will mit der Auszeichnung auch die Bedeutung von Dokumentationen für das öffentlich-rechtliche Fernsehen herausheben.
Der Jury gehören an: Ilse Friedrichs, Claus Richter, Manfred Bissinger, Gabi Bauer, Klaus Bresser, Jürgen Flimm, Susanne Flimm-Ottersbach, Christoph-Maria Fröhder, Maybrit Illner, Gerhard Krug, Jürgen Leinemann, Sandra Maischberger, Frank Plasberg, Fritz Pleitgen, Christina Pohl, Thomas Roth, Cordt Schnibben, Hermann Schreiber, Birgit Schwarz, Volker Skierka, Katharina M. Trebitsch, Harry Valerien, Ulrich Wickert und Anne Will.
Dank:
Der Verein dankt im Namen aller Freunde von Hanns Joachim Friedrichs sowie der Preisträger ganz besonders dem Westdeutschen Rundfunk Fernsehen (WDR) in Köln für seine fortwährende Unterstützung und seinen Beitrag, den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis als einen der bedeutendsten deutschen Medienpreise zu etablieren. Von Beginn an, seit 1995, richtet das WDR-Fernsehen die jährliche Preisverleihung in seinen Studios in Köln aus und verleiht so unserem Anliegen, der Förderung eines guten, unbestechlichen und aufklärerischen Fernsehjournalismus, eine für den Berufstand unschätzbare Plattform. Besonderer Dank gebührt dem zuständigen Redakteur Wiel Verlinden, der Jahr um Jahr die Sendung vorbereitet, koordiniert und in enger Abstimmung mit dem Verein und den Preisträgern der Sache des Preises dient.
Der Verein dankt ferner den Printmedien DER SPIEGEL, STERN und DIE ZEIT für die alljährliche Unterstützung unseres Anliegens in Form von Anzeigen.
———————————–
[*/quote*]
Frank Plasberg:
“Lassen Sie mich, bevor wir uns dem heutigen Thema von ”Hart, aber fair” widmen, noch einmal auf die vergangene Sendung zurückkommen. ”
Leider alles nur ein Traum…
(FAZ, 30.12.2009)
————————-
An die Intendantin
Westdeutscher Rundfunk Köln
Anstalt des öffentlichen Rechts
Appelhofplatz 1
50667 Köln
Offene Programmbeschwerde
Bremerhaven, 24.12.2009
Sehr geehrte Frau Piel,
ich erhebe Programmbeschwerde
1. gegen den Film “Heilung unerwünscht”, produziert von der Redaktion “die story”, wegen schwerer handwerklicher Fehler
2. gegen die Redaktion “die story” und gegen die Redaktion “hart aber fair” wegen schwerer handwerklicher Fehler
3. gegen die Kontrollinstanzen in und über diesen Redaktionen wegen Vernachlässigung ihrer Aufsichtspflicht
4. gegen die Kontrollinstanzen in und über diesen Redaktionen wegen Vertuschung handwerklicher Fehler
5. gegen die Redaktion “die story” und gegen die Redaktion “hart aber fair” wegen massiver Schleichwerbung
6. gegen die Kontrollinstanzen in und über diesen Redaktionen wegen Vertuschung der Schleichwerbung und der eigenen Verantwortlichkeit
Um es gleich klar zu sagen: ich halte den Fall für den dreistesten und spektakulärsten Fall von Schleichwerbung und Totalversagen in einem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, den es je in Deutschland gegeben hat.
Bevor Sie in die Schublade der Standardausreden greifen, rate ich Ihnen, meine Beschwerde extrem genau zu lesen. Ich habe sehr intensiv recherchiert und mein Material, das ein Buch füllt, zeigt, daß in Ihrem Haus gepfuscht wurde, und das nicht zu knapp.
—————————————–
1. Reklame/Schleichwerbung
—————————
Es ist für jeden klar denkenden Menschen deutlichst zu sehen, daß der Film “Heilung unerwünscht” Behauptungen aufstellt, die eine positive Stellungnahme FÜR die B12-Salbe darstellen und die Zuschauer positiv für die Salbe beeinflussen.
Darüber hinaus benutzt der Film starke emotionale Bilder und Sequenzen, auf die ich jedoch nicht näher eingehen werde. Mir geht es um Sachaussagen und Tatsachenbehauptungen, die nachweislich unwahr sind.
Ein Teil dieser Tatsachenbehauptungen beschreibt die Salbe als ein erwiesenermaßen wirksames Medikament.
Die Salbe ist jedoch kein Medikament, sie ist nicht als Medikament zugelassen, und sie ist – in Widerspruch zu den Tatsachenbehauptungen – auch nicht in Studien erfolgreich als wirksames Medikament bewiesen worden.
Diese Salbe wird dennoch als demnächst auf den Markt kommend beschrieben und es werden bei den Kranken aufgrund der intensiven Wirksamkeitsbeschreibungen große Hoffnungen – und damit ein Kaufanreiz erweckt. Das ist nichts anderes als Reklame.
Sie mögen hier behaupten wollen, daß weder Klaus Martens, der Autor des Films, noch der WDR für diese Reklame Geld oder geldwerte Vorteile erhalten hätten. Doch selbst wenn das so sein solle, ändert es nichts daran, daß für die Salbe intensiv geworben wurde und somit dem Hersteller und der Vertriebsfirma der Salbe ein ERHEBLICHER Vorteil entstanden ist.
Wenn ich die Sendetermine richtig mitgeteilt bekommen habe, wurde der Film, bzw die de-fakto-Reklame gesendet:
ARD, 19.10.2009: 3/4 Stunde
ARD, 23.10.2009: 3/4 Stunde
Phoenix, 23.10.2009: 1 Stunde
Phoenix, 24.10.2009: 1 Stunde
1Extra, 24.10.2009: 1 Stunde
1Extra, 04.11.2009: 1 Stunde
Hinzu kommen noch je 1x rund 20 Minuten de-fakto-Werbeblock in “hart aber fair”, plus Wiederholung davon.
Zusammen 6 volle Stunden Sendezeit, die für Hersteller und Vertriebsfirma einen geldwerten Vorteil in Höhe von mehreren Millionen Euro darstellen.
Für diesen Vorteil sind Klaus Martens, der Autor des Films, sowie die Redaktionen “die story” und “hart aber fair”, sowie Frank Plasberg verantwortlich, ebenso die übergeordneten Organe des Senders, einschließlich Rundfunkrat und Intendantin.
Auch wenn man bis zur ersten Sendung nichts von dem Inhalt wußte, so hätte man die weiteren Ausstrahlungen sofort verhindern müssen. Doch das ist nicht geschehen.
—————————————–
2. Verbreitung und Ausnützung von Verschwörungsszenarios
——————————————————–
Sie werden vielleicht einwenden wollen, daß die Salbe zum Zeitpunkt der Erstsendung noch nicht auf dem Markt war. Doch genau dies ist ein elementarer Teil der Täuschung. Die Zuschauer werden absichtlich im Glauben gelassen, alles sei noch offen. Das erhöht die Spannung, das erhöht den emotionalen Druck, und es trägt – was entscheidend ist – zur Unterstreichung des Verschwörungsszenarios der Pharmakonzerne bei. Wäre die Salbe zum Zeitpunkt der Erstsendung kaufbar, würde all dies wirkungslos kollabieren.
Sie werden vielleicht einwenden wollen, daß der Autor und die Redaktion “die story” den Termin des Beginns der Salbenproduktion nicht kannten. Doch dies spielt überhaupt keine Rolle. Entscheidend ist vielmehr der umgekehrte Weg: daß dem HERSTELLER der Sendetermin, und damit die definitive Entscheidung “Film wird gesendet”, bekannt wurde. Denn es ist DIESE Information, die sein geschäftliches Risiko nahezu auf NULL minimiert, und die ihm erlaubt, auf fast jegliche werbliche Maßnahme zu verzichten, denn die ihm kostenlos zuteil werdende Werbewirkung des Films hat einen geldwerten Vorteil von mehreren Millionen Euro.
—————————————–
3. Unzulässige Parteinahme
————————–
In Film und Buch macht der Autor Klaus Martens Tatsachenbehauptungen, die nicht der Wahrheit entsprechen. Auch wenn der Autor in Verkennung der Realität Dinge falsch versteht und deswegen falsch darstellt, haben die Redaktionen “die story” und “hart aber fair” die Pflicht, die Tatsachenbehauptungen zu überprüfen, zu korrigieren bzw notfalls die Sendung zu verhindern.
Dieser Pflicht sind sie nicht nachgekommen, obwohl schon eine kurze Recherche im WWW zeigt, daß die Aussagen des Films grob unwahr sind.
Angenommen, der Autor hätte für die de-fakto-Werbeaktion einen geldwerten Vorteil erhalten, so hätte dies weder bei den Redaktionen noch den übergeordneten Instanzen die Pflicht zur Kontrolle gemindert. Das Gleiche gilt aber auch dann, wenn der Autor KEINEN geldwerten Vorteil bekommt und es allein seine ideologische Brille ist, die ihn zu den im Film gemachten Aussagen zwingt.
Redaktionen und übergeordnete Instanzen sind in der Pflicht zur Kontrolle. Dieser Pflicht sind sie nicht nachgekommen. Damit haben sie eine unzulässige Parteinahme für Hersteller und Vertriebsfirma der Salbe erbracht. Dem Autor mag man notfalls eine ideologische Brille als Entschuldigung zugute halten, doch das gilt nicht für die Redaktionen und die übergeordneten Instanzen.
—————————————–
4. Wissentlich unwahre Tatsachenbehauptungen, Feindbild Pharmaindustrie
———————————————————————–
In Film und Buch behauptet Klaus Martens, die Pharmaindustrie habe die Salbe verhindert. Das ist ein krasser Fall wissentlich falscher Tatsachenbehauptung.
ERSTENS
Erstens hat Klingelhöller in seiner ersten Firma, zweitens danach die Aktiengesellschaft, und drittens später der neue Patentbesitzer Rüdiger Weiss jederzeit die Salbe selbst herstellen können. Niemand hätte ihn/sie daran gehindert. In Buch und Film bringt Martens sogar die Fakten, die seine Sachaussage als unwahr entlarven. Doch durch seine perfide manipulative Darstellung werden diese Fakten vom Zuschauer nicht erkannt.
ZWEITENS
Mehrere Pharmafirmen haben sich ernsthaft um die Salbe bemüht. Eine dieser Firmen ist Galderma. Die Versuche mit der Salbe haben jedoch gezeigt, daß sie nicht verwendungsfähig für den Einsatz als Medikament ist. Die Versuche haben diese Firmen mehrere Millionen Dollar gekostet. Die pauschale Aussage des Films, “die Pharmaindustrie” hätte die Salbe VERHINDERT, ist tendenziös, ist manipulierend, und vor allem ist sie eines: wissentlich unwahr.
—————————————–
5. Einseitige, selektive Wahrnehmung
————————————
Den Pharmafirmen wird in Film und Buch vorgeworfen, die Salbe nicht produzieren zu wollen.
Den Pharmafirmen wird vorgeworfen. ihre Mittel hätten starke Nebenwirkungen, ihre Mittel seien nicht ausreichend geprüft.
GLEICHZEITIG wird aber in Film und Buch eine völlig ungenügend getestete Salbe als “hochwirksames Medikament” bezeichnet, dessen Wirksamkeit bewiesen sei.
Die Stellungnahme von Whitehall Much
http://www.wyeth.de/Attachments/Attachment_00547.pdf
als Antwort auf die in Film und Buch gemachten Vorwürfe wird vom WDR offensichtlich ignoriert.
Wie könnte man das Verhalten von Martens, Plasberg, sowie den beiden Redaktionen anders bezeichnen denn als schwere handwerkliche Fehler!?
Wenigstens die übergeordneten Instanzen sollten soviel journalistische Fähigkeit zur korrekten Darstellung besitzen, daß sie die Fehler erkennen. Doch auch hier: Fehlanzeige…
—————————————–
6. Unzureichende Prüfung des Materials
————————————–
Klaus Martens, der Autor von Film und Buch, ist kein Fachmann auf dem Gebiet der Medizin. Folglich ist es naheliegend, sich extern fachlichen Rat zu holen. Auf die Frage, warum die Warnung von Professor Schönhöfer (siehe Interview von “ZAPP” [NDR]), ignoriert wurde, gibt es vom WDR anscheinend noch immer keine Antwort…
Auch die in “hart aber fair” gemachten Einwände von Experten wurden ignoriert. Dabei muß hinzugefügt werden, daß die Gäste in der Sendung “hart aber fair” nichts von den völlig unzureichenden Studien wußten.
Hätten sie es gewußt, wäre ihr Urteil WEITAUS HÄRTER gewesen, das ist sicher!
Wie kann man das Verhalten der Redaktionen anders bezeichnen als handwerkliche Fehler und Vertuschung?
—————————————–
7. Vorgeblich sprachliche Schlamperei als Mittel der Täuschung
————————————————————–
Gerade dann, wenn es um eine saubere Aufklärung/Berichterstattung geht (auf die der Bürger ein Recht hat!), ist eine sprachlich einwandfreie Beschreibung zwingend. Doch in dem Film “Heilung unerwünscht” wird ein Medizinprodukt der Klasse IIa (mit anderen Worten: es erfüllt noch nicht einmal die Anforderungen der Klasse IIb) als Medikament bezeichnet, und nicht nur das, es wird wahrheitswidrig auch noch als hochwirksam bezeichnet.
Es handelt sich dabei um keinen Einzelfall. Wie die Interviews der Herren Klaus Martens und Roland Kaske zeigen, ist diese Täuschung offensichtlich typisch für sie.
Opfer dieser Täuschung sind Kranke, denen ein Mittel als wirksam vorgegaukelt wird und zu dessen Kauf sie durch diese Täuschung gebracht werden.
Mit Nichtwissen kann sich keiner der Beteiligten herausreden, denn Inhalt des Films ist (sogar als Untertitel!) ein “Medikament”. Wobei Martens und Kaske (und die Redaktionen “die story” und “hart aber fair” des WDR) haargenau wissen, daß die Salbe EBEN NICHT die Zulassung als Medikament hat!
Die Sachaussagen sind wissentlich unwahre Tatsachenbehauptungen und stellen in mehrerer Hinsicht einen glasklaren Verstoß gegen geltendes Recht dar.
—————————————–
8. Das Recht der Öffentlichkeit auf korrekte und wahrheitsgemäße Berichterstattung
———————————————————————————-
Der Bundesgerichtshof hat festgestellt:
[Zitatanfang Pressemitteilung des BGH]
——————————————————————————-
Pressemitteilung Nr. 244/09 vom 27.11.2009
[...]
–
Der 2. Strafsenat hat insbesondere die Auffassung des
Landgerichts bestätigt, dass die verantwortlichen Redakteure
der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten als Amtsträger
im strafrechtlichen Sinne anzusehen sind, weil sie “bei
einer sonstigen Stelle oder in deren Auftrag Aufgaben der
öffentlichen Verwaltung … wahrnehmen”
(§ 11 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. c StGB).
Deshalb finden auf sie die Bestechungstatbestände der §§ 332,
334 StGB Anwendung. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten
sind als Anstalten des öffentlichen Rechts institutionalisiert.
Sie finanzieren sich durch eine Gebührenpflicht, die ohne
Rücksicht auf die Nutzungsgewohnheiten der Empfänger allein
an den Teilnehmerstatus anknüpft. Mit der Sicherstellung der
unerlässlichen Grundversorgung der Bevölkerung mit
Rundfunkprogrammen erfüllen sie eine Aufgabe der öffentlichen
Verwaltung im Sinne des § 11 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. c StGB.
[...]
Karlsruhe, den 27. November 2009
Gesetzestext
§ 11 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. c StGB:
“Im Sinne dieses Gesetzes ist…
Amtsträger: wer nach deutschem Recht … sonst dazu bestellt ist,
bei einer Behörde oder bei einer sonstigen Stelle oder in deren
Auftrag Aufgaben der öffentlichen Verwaltung unbeschadet der zur
Aufgabenerfüllung gewählten Organisationsform wahrzunehmen…”
——————————————————————————-
[Zitatende]
Dies gilt natürlich nicht nur für den Fall von Bestechung, es gilt immer!
Der Bürger hat IMMER ein Recht auf eine einwandfreie, wahrheitsgemäße Berichterstattung.
Ich betone es: Das gilt unabhängig davon, ob der Autor oder der Sender einen geldwerten Vorteil erhält.
Zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung gehört vor allem, daß keine in der Sache wesentlichen Tatsachen verschwiegen werden. Genau dies ist aber in dem Film geschehen. Der Film strotzt nur so vor Auslassungen.
So wurde unter anderem ausgelassen, daß mehrere Pharmakonzerne die B12-Salbe näher untersucht haben (die Firma Galderma dafür sogar einen erheblichen Aufwand betrieben hat), sie aber wegen ihrer mangelnden medizinischen Wirkung nicht herstellen wollen. Die Pauschalaussage, “die Pharmaindustrie” habe die die Salbe verhindert, ist grob fahrlässig falsch. Der Autor überführt sich in seinem Buch der unwahren Aussagen und die im “Faktencheck” von “hart aber fair” vorgelegten Unterlagen beweisen erst recht die Unwahrheit der Aussage, die Salbe sei verhindert worden.
Die Frage ist nun: Wie verblendet muß man sein, um trotz vorliegender EINDEUTIGER Beweise falsche Tatsachenbehauptungen zu verbreiten?
Nehmen BEIDE Redaktionen und nehmen die übergeordneten Instanzen für sich in Anspruch, TROTZ vorliegender Beweise unwahre Tatsachenbehauptungen senden zu dürfen? Ich behaupte, daß Redakteure als Journalisten – und erst recht als Amtsträger – dieses Recht nicht haben.
Ich fordere eine gerichtliche Untersuchung der Vorgänge und deren lückenlose Aufklärung.
—————————————–
Diese Affaire wird öffentlich ausgetragen.
Einen “Bescheid” als Antwort können Sie sich sparen, denn für einen “Bescheid” spreche Ihnen die Berechtigung ab.
Es versteht sich von selbst, daß ich angesichts des bisher größten Medienskandals in Deutschland (und den in Ihrem Haus!), auf die Gerichte vertraue, und von Ihnen den sofortigen Rücktritt fordere.
Entscheidungen werden von den Gerichten gefällt. Das Urteil des BGH über die Pflichten von Redakteuren öffentlich-rechtlicher Anstalten ist nur ein Anfang.
Aribert Deckers
—–
Langmirjen 45
D-27578 Bremerhaven
http://www.kindersprechstunde.at



