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Der Offenbarungseid des Rundfunkrats
Tuesday 3 August 2010 @ 5:47 am

Die Psoriasis Selbsthilfe Arbeitsgemeinschaft e.V. (PSOAG), Schmitzweg 64, 13437 Berlin beschreibt ihre Beschwerden und Anfragen an den WDR unter anderem in dieser Web-Seite:
http://www.psoriasis-selbsthilfe.org/stellungnahmen/69-offener-brief-wdr-rundfunkrat.html

Am 9.7.2010 schreibt Ruth Hieronymi, die Vorsitzende des Rundfunkrats des WDR, an die PSOAG als Antwort auf mehrere Briefe einen Brief, den die PSOAG als PDF veröffentlicht:
http://www.psoriasis-selbsthilfe.org/downloads/WDR_Rundfunkrat_Antwort.pdf

Dieser Brief ist ein wichtiges Beweisstück, weshalb ich vom PDF einen Screenshot gemacht und wesentliche Teile farblich hervorgehoben habe.

volle Größe:
http://www.kindersprechstunde.at/blog/wp-content/uploads/20100709_WDR_ANTWORT_3.jpg

Unter anderem schreibt Ruth Hieronymi:
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*** 1 ***

    “Aus den uns mittlerweise vorliegenden Unterlagen über ‘Heilung unerwünscht’ ist deutlich ersichtlich, dass in der Dokumentation den Zuschauern/innen Informationen vorenthalten wurden, weil sie das gewünschte Ergebnis verändert hätten.

Da muß man doch fragen, wer alle diese Arbeiten ausgeführt hat. Und man muß fragen. wer von diesen Auslassungen wußte, und warum die betreffenden Personen schwiegen.

Die Auslassungen und Schnitte zeugen von sehr viel Erfahrung und sind so gekonnt gemacht , daß dieses Können ganz sicher nicht auf diesen einen Film beschränkt ist. Bei welchen anderen Produktionen wurde ebenfalls manipuliert?

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*** 2 ***

    Zentrale Aspekte zur Einschätzung der zugrundeliegenden Fakten bleiben in der Dokumentation allerdings ungenannt.

Der Rundfunkrat WEISS demnach von Auslassungen.
Und er weiß, WAS weggelassen wurde.

Nachdem die Bevölkerung mit einer mehrstündigen Reklamesalve indoktriniert wurde, hat sie selbstverständlich das Recht zu erfahren, WAS ihr vorenthalten wurde. Doch der WDR hüllt sich in Schweigen und der Rundfunkrat offensichtlich auch.

Der Rundfunkrat hat die Pflicht, eine Aufklärungssendung zu veranlassen. Das kann er durchaus. So wurde im Jahr 2005 im Fall der blamablen Sendung über das Impfen vom WDR-Rundfunkrat die Wiederholung der Sendung durchgesetzt.

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*** 3 ***

    “Der uns in Auszügen vorliegende Bericht der Revision kommt zu dem Ergebnis, dass der Autor erst sieben Monate nach Fertigstellung seines Films Kenntnis von dem konkreten Verkaufsstart der Creme hatte. Dies spricht gegen eine direkte werbliche Absicht.

Nachdem der Rundfunkrat die Situation entweder noch immer nicht begriffen hat oder sein Wissen leugnet, hier das, was ich in
http://www.kindersprechstunde.at/b12/MEDIENSKANDAL_ZWEINULL.htm#Punkt_43
beschrieben habe:

Punkt 43: Das Martens-Gambit
—————————-

Eine Frage, über der sich VIELE die Köpfe zerbrochen haben:

Warum hat Klaus Martens in seinem Buch die Rezeptur angegeben?

Gegenfrage: Warum nicht!?

Betrachten wir es rein kaufmännisch, so hat die Regeneratio GmbH
unter Rüdiger Weiss folgende Situation:

Für die Produktion von 100.000 Tuben benötigt sie

X Euro für das Material
und
Y Euro für die Distribution.

Sie benötigt aber auch Z Euro für die Reklamekampagne,
um auch nur eine einzige Tube zu verkaufen. Und wievieler
Euros bedarf es erst, um alle 100.000 Tuben zu verkaufen?

Es ist ein GIGANTISCHER Aufwand, der VORAB zu erbringen ist,
und der völlig verpufft. Reklame frißt Geld.
Nichtverkaufte Ware bleibt im Lager, aber Geld für Reklame
ist unwiederbringlich verloren.

Wie hoch ist insgesamt der Anteil der Kosten für Reklame,
bezogen auf die Einnahmen aus dem Produkt?

Frage: Wenn die Rezeptur veröffentlicht wird, wieviele
Interessenten werden dann die Salbe selbst anrühren?

10 Prozent? 20 Prozent? 50 Prozent?

Wieviele auch immer, eines ist klar: Die Zeit läuft ab, denn
der Patentschutz läuft in Kürze aus, und verwelkt wie
Gemüse auf dem Wochenmarkt.

Jeder, der kauft, zahlt.
Jeder, der kauft, zählt.

Und selbst wenn man die Hälfte oder mehr opfert: es kommt
immer noch Geld herein!

Um sein bisher eingesetztes Geld zu retten, muß Rüdiger Weiss
die Salbe auf den Markt bringen. Wenn er das Rezept veröffentlicht,
dann verliert er einen – vermutlich allerdings nur sehr kleinen –
Teil der möglichen Einnahmen.

Und jetzt der wahrhaft geniale Trick: die Rezeptur wird geopfert!

Für dieses Opfer bekommt man eine gigantische Reklamewelle,
die die Firme NIEMALS hätte auf die Beine stellen können.

Eine Reklamewelle, die keinen einzigen Cent kostet! Reklame im Wert
von Millionen Euro, für die man im Gegenzug auf ein paar Prozent der
Einnahmen verzichtet.

Es ist doch klar: Wenn der Film anläuft und Kritik daran
laut wird, steht man mit dem Rücken zur Wand.

Zeigt man aber auf die Rezeptur und sagt, daß man doch wirklich
so freigebig und ehrenwert sei, daß man sogar die Rezeptur
veröffentlicht habe, also ÜBERHAUPT KEINE FINANZIELLEN
INTERESSEN HABE, ist man aus dem Schneider.

Es sei denn, die Kritiker verstehen etwas von Marktwirtschaft und
Kostenrechnung. Und von Schach…

Das Martens-Gambit

Die Preisgabe der Rezeptur durch Martens ist ein eiskalt
durchgezogener Plot, bei dem zu jeder Sekunde man sich noch
Möglichkeiten offen hielt, um sich aus der Affaire zu ziehen.

Man braucht nichts weiter tun als dichthalten und warten auf
das Signal aus dem Sender, daß der Film am Tag X gesendet
wird.

… und einen freundlichen Geldgeber mit 100.000 Euro.
.
Der Rest ist … SCHWEIGEN.

Es kommt eben NICHT darauf an, daß MARTENS über die Produktion Bescheid weiß. Im Gegenteil, er SOLL davon nichts wissen, denn es läßt sich doch am Finger einer Hand abzählen, daß – falls es Ärger für ihn gibt – GENAU DIESER PUNKT untersucht werden wird. Also braucht er einen Persilschein: Unwissenheit.

Nein, nicht Martens muß über die Produktion, sondern der Salbenhersteller muß über die Vorgänge im Sender informiert sein, vor allem über Termine, denn diese Informationen AUS DEM SENDER heraus sind wichtig für die Produktionsplanung.

Im übrigen beachte man im Punkt 3 diese Feinheit der Sprache:

*** 3 ***

    “Der uns in Auszügen vorliegende Bericht der Revision kommt zu dem Ergebnis, dass der Autor erst sieben Monate nach Fertigstellung seines Films Kenntnis von dem konkreten Verkaufsstart der Creme hatte. Dies spricht gegen eine direkte werbliche Absicht.”

Zwischen “Verkaufsstart” und “konkreten Verkaufsstart” liegt nur ein kleiner Unterschied. Vom Verkaufsstart wußte Klaus Martens also doch…?

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*** 4 ***

    “Der Rundfunkrat kritisiert aber nachdrücklich, dass auch in der Sendung ‘Hart aber fair’ die journalistische Sorgfaltspflicht nicht ausreichend eingehalten worden ist. Die Kritik ist jedoch nicht mit dem zu rügenden Ausmaß des Verstoßes gegen den Programmgrundsatz des Gebots der journalistischen Fairness in der Sendung ‘Heilung unerwünscht’ gleichzusetzen. Der Programmbeschwerde gegen die Sendung ‘Hart aber fair’ vom 21. Oktober 2009 wurde daher nicht beigetreten.”

Ob der Film ‘Heilung unerwünscht’ deutlich schwerere Verstöße gegen die Grundsätze der wahrheitsgemäßen Berichterstattung hat, spielt für die Beurteilung von “Hart aber fair” keine Rolle.

Darüber hinaus gibt es außer einer PROGRAMMBESCHWERDE auch die Möglichkeit einer RÜGE. Doch nicht einmal eine Rüge hat der Rundfunkrat ausgesprochen.

Bei “Hart aber fair” hätte durch die Redaktion und durch die Hierarchien eine Überprüfung der Inhalte stattfinden müssen.
Hätte – doch es gab sie nicht. (Oder es gab sie und man schwieg…)

Die Fernsehzuschauer haben durchaus wahrgenommen, daß der Film mindestens eine üble und überzogene Seifenoper ist.

Setzt der Rundfunkrat bei “Hart aber fair” die Redaktion und die Hierarchien dem Vorwurf der mangelnden Kontrolle aus, so trifft dieser Vorwurf auch ihn selbst.

Wenn also Maßnahmen gegen “Hart aber fair” unterlassen werden, dann hauptsächlich aus Eigeninteresse.

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*** 5 ***

    “Mehrfach wurde in Rundfunkrat und Programmausschuss betont, dass die schwerwiegenden Probleme zur Sendung ‘Heilung unerwünscht’ nicht zu einer Schwächung des investigativen Journalismus im WDR führen dürfen.”

Was sind “schwerwiegende Probleme ZUR Sendung ‘Heilung unerwünscht’ “ ? Ist das ein verschleierter Hinweis auf Fehler der Kontrollinstanzen?

Warum heißt es:

    Mehrfach wurde in Rundfunkrat und Programmausschuss betont” ?

Soll das heißen, daß es STIMMEN im Rundfunkrat und im Programmaussschuß gab, die das sagten? WER war es, und WAS sagten diese Stimmen?

Was GENAU besagt dieser Absatz?:

    “Mehrfach wurde in Rundfunkrat und Programmausschuss betont, dass die schwerwiegenden Probleme zur Sendung ‘Heilung unerwünscht’ nicht zu einer Schwächung des investigativen Journalismus im WDR führen dürfen.”

Es ist ein Trick, ein mieser, hinterhältiger rhetorischer Trick, bei dem Kritik an der Sendung “Heilung unerwünscht” gleichgesetzt wird mit einer Schwächung des investigativen Journalismus. Doch EBEN DIES ist eine dreiste Unwahrheit. Es ist doch gerade so, daß bei “Heilung unerwünscht” NICHT investigativ gearbeitet, sondern blind einer Ideologie gefolgt wurde, für die man mißliebige Inhalte sogar absichtlich wegließ, also Zensur übte! Wobei Letzteres von der Vorsitzenden des Rundfunkrats sogar zugegeben wird, siehe Punkt 1:

*** 1 ***

    “Aus den uns mittlerweise vorliegenden Unterlagen über ‘Heilung unerwünscht’ ist deutlich ersichtlich, dass in der Dokumentation den Zuschauern/innen Informationen vorenthalten wurden, weil sie das gewünschte Ergebnis verändert hätten.

Sehr wohl wissend, daß dem so war, gab es diese STIMMEN, die die Vorsitzende des Rundfunkrats bewußt erwähnt. Damit belegt sie die Tatsache, daß in Rundfunkrat und Programmausschuß Kräfte aktiv sind, die ganz bewußt Ideologie und Zensur betreiben wollen und betreiben.

Über den WDR wurde früher gesagt, er betreibe Klassenkampf. Bei der Sendung über das Impfen (erst 5 Jahre her, es war im Jahr 2005) wurde dies explizit erwähnt. “Heilung unerwünscht” ist kein Ausrutscher, er ist eine konsequente Fortführung der gleichen, alten Politik. Was uns wieder auf die virtuosen Fähigkeiten der Manipulation durch die Rhetorik, die Sprünge und die Auslassungen und die Schnitttechnik bringt. Die kommen nicht von ungefähr, die gehören dazu.

“Venceremos!”